Romane: Fünfstellige Einnahmen bei Amazon?

Wie verdient man bei Amazon mit Romanen fünfstellige Beträge pro Monat?

Im BEITRAG um die verflixtesten Glaubenssätze der Buch-Community tauchte die Frage auf, ob Roman-Autoren für ihre Ebooks 0,99 Euro verlangen oder den Preis mit dem durchschnittlichen Verkaufspreis festsetzen sollen. Er lag 2018 bei etwa 6,49 Euro.

Im gleichen Atemzug wurde davon gesprochen, dass Autoren so lange 0,99 Euro als Verkaufspreis für ihre Ebooks verlangen werden, als sie mit dieser Strategie fünfstellige Beträge verdienen.

Deswegen stellte ich mir die Frage, ob die 0,99-Euro-Strategie tatsächlich dazu führt, dass man mit Romanen fünfstellige Beträge auf Amazon verdienen kann. Und ob es andere Wege gibt.

Daher habe ich mir bei Amazon im Mai 2019 im Thriller & Krimi-Bereich die Top 100 Bücher angesehen und auf Herz und Nieren geprüft. Und bin zu interessanten Ergebnissen gekommen. Die folgende Analyse ist für dieses Genre; in anderen Genres mögen die Zahlen anders aussehen (mehr dazu im letzten Teil des Beitrags).

Welche Strategien gibt es, um bei Amazon fünfstellige Einnahmen zu generieren?

Es gibt vier Wege, wie man als Selbstverleger von Romanen bei Amazon fünfstellig verdienen kann:

  • Es mit einem Buch unter die Top 10 zu schaffen und mindestens 7,99 Euro als Preis zu verlangen (bei 1310 Downloads pro Monat als durchschnittliches, monatliches Download-Volumen unter den Top 10)

  • Mindestens vier Bücher zu je 2,99 Euro unter die Top 100 zu pushen (bei 890 Downloads pro Monat als durchschnittliches, monatliches Download-Volumen unter den Top 100)

  • Mindestens 12 Bücher je zu 0,99 Euro in die Top 100 zu bringen (bei 890 Downloads pro Monat als durchschnittliches, monatliches Download-Volumen unter den Top 100)

  • Mehrere Bücher mit mindestens einem unter den Top 100 zu veröffentlichen und über die Kindle Unlimited Ausleihen und Kindle Unlimited gelesen Seiten pushen + bestenfalls nicht 0,99 Euro als Preis festzusetzen + bestenfalls online Marketing-Genie zu sein

Wie pusht man sich bei Amazon in die Bestseller-Listen?

Über indirektes und direktes Marketing, das Amazon in den Mittelpunkt stellt.

Zum indirekten Marketing gehört alles, was der Autor macht, damit die Leser auf das Buch aufmerksam werden. In meinem Blog kann man sich die Beiträge unter dem Filter „online Buchmarketing“ durchlesen.

Zu direktem Marketing zählt alles, was der Selbstverleger direkt bei Amazon macht, um die Leser zum Buch hinzuführen. Im Blog den Filter “Amazon KDP” für einige Tipps dazu auswählen.

Mit „Marketing“ ist übrigens nicht „Verkaufen“ gemeint. Marketing macht nichts anderes als Voraussetzungen dafür zu schaffen, damit die entsprechende Zielgruppe das Buch online sieht und für hinreißend genug befindet, um es zu lesen. Dazu zählen unter anderem: Cover, Titel, Klappentext, Sprachstil, Farbwahl, Claim, Autorenbranding und weitere Elemente.

Verkaufen gibt dem Leser die Möglichkeit, wo auch immer er das Buch sieht, es tatsächlich zu kaufen (meist über einen „Jetzt kaufen“-Button oder -Link).

Hier die Analyse der Top 100 der Krimi & Thriller-Kategorie

Analyse.png

SVL steht für Selbstverleger; BSR für Bestseller-Rang; Vbst. für Vorbestellungsoption; n.a. für not applicable.

Kann man diesen Zahlen vertrauen? - Man kann.

Für die Analyse benutze ich das Tool Amazon Junglescout. Selbstverleger, die nach dem Kindle-Business Geschäftsmodell arbeiten, suchen sich damit für ihre Bücher gewinnträchtige Nischen.

(Dieses Tool verwende ich bei meinen Coachings, um das Downloadvolumen und andere Änderungen vor und nach den Coachings zu überprüfen.)

So weit, so gut: Das sind die Einnahmen. Davon zieht Amazon je nach Tantiemen-Modell noch seine Kommission ab. Und Selbstverleger müssen vom Rest ihre Produktions- und laufenden Marketing-Kosten sowie Steuern abziehen.


Was sind die Learnings der Analyse?

  • Das Download-Volumen hängt nicht vom Autorentyp bzw. vom Preis ab. Es hängt vom Bestseller-Rang ab.

  • 4.92 Euro ist der durchschnittliche Preis aller dargestellten Autoren-Typen.

  • 2.17 Euro ist der durchschnittliche Preis aller dargestellten Selbstverleger.

  • Die Seitenzahl der dargestellten Bücher liegt bei durchschnittlich 293 Seiten; bei den dargestellten Selbstverlegern bei 269 Seiten.

  • Das durchschnittliche Download-Volumen liegt bei allen dargestellten Büchern bei 890 pro Monat; bei den Top 30 etwas höher mit 975 Downloads pro Monat und denen der dargestellten Selbstverleger bei 960 Downloads pro Monat.

  • 99% der Top 100 Bücher haben professionelle Buch-Cover.

  • 99% der Top 100 Bücher Bücher haben Bewertungen über 4 Sternen.

  • 55% der Top 100 Bücher Bücher sind ins KDP Select-Programm und damit Kindle Unlimited-Ausleihen und -Seiten aufgenommen; unter den Top 30 nehmen 99% der Bücher am Select-Programm teil).

  • Nur 30% der Top 100 Bücher haben optimierte Klappentexte für Amazon.

  • 60% der Top 100 Bücher haben zeitgebundene Klappentexte, für die Amazon länger zur Indexierung braucht (Angebote, Sonderaktionen, „das neue Buch“,...).

  • Eine Überprüfung mit einem relevanten Keyword wie „deutscher Thriller“ zeigt nur 9 der Top 100 Titel auf den ersten beiden Seiten; davon sind zwei durch Amazon-Werbung gepusht

Was können Bestseller-Selbstverleger tun, um noch mehr aus ihren Bestseller herauszuholen?

  1. Am KDP-Select Programm teilnehmen

  2. Ihre Klappentexte optimieren und zeitlose Texte schreiben

  3. Keyword-Optimierungen vornehmen

Punkt 2 und Punkt 3 biete ich als Amazon-Expertin für Autoren aller Genres und Typen an. Mehr dazu HIER.


Was können andere Selbstverleger machen?

Jeder Selbstverleger sollte das Credo 0,99-Euro nicht fraglos übernehmen, sondern eine Analyse der Top 100, bestenfalls der Top 30, seines eigenen Genres durchführen. Und dann erst den Verkaufspreis für seine Bücher festsetzen; empfehlenswerterweise den Durchschnittswert, um an dem Buch etwas zu verdienen.

Um ein Buch in die Bestseller-Listen zu pushen, müssen zwei Voraussetzungen gegeben sein:

  • Das Buch muss alle Kritierien für einen Bestseller erfüllen. Mehr dazu HIER.

  • Das Buch muss regelmäßig durch zielgruppengerechtes Marketing die Aufmerksamkeit der Leser zurück erobern.

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