Buchmarketing: Aus dem Buchcover einen Blickfänger machen - Step-by-Step-Anleitung

Ein gutes Buchcover ist wie roter Lippenstift: Ein echter Blickfänger

Ein Buch verkauft sich auf den ersten Blick über das Cover. Ein Kunde interessiert sich für ein bestimmtes Thema und geht in einen Buchladen und auf Amazon: Einladend mag das Buch nun im Buchladen liegen und beim Kunden durch einen bekannten Verlag Aufmerksamkeit erregen. SEO-optimiert mag es auf Amazon genau zur Keywort-Suche der Kunden passen und ihm ins Auge springen wollen.

Trotzdem kauft er es nicht. Selbst dann nicht, wenn der Autor auf Amazon den Preis herunter setzt oder für einige Tage einen kostenlosen Download anbietet. Den Preis kann der Kunde im Buchladen zumeist erst mit Blick auf die Rückseite wissen.

Deswegen ist der Preis bei Büchern nicht das erste Entscheidungskriterium, sondern das Buchcover! Nach Tagen, Wochen und Monaten des Wartens ist der Autor oder Selbstverleger frustriert und am Aufgeben.

Doch halt!

Selbst wenn das Buch bereits erschienen ist, kann es noch reanimiert werden. Die besten Tipps, wie man ein Buchcover selbst gestalten kann, sind einfach umzusetzen.

Dabei ist eine Faustregel wichtig:

Es muss auf den ersten Blick von etwas weiter weg erkennbar sein, worum es bei dem Buch geht.

Was steckt hinter diesem Buchcover?

Erstaunlicherweise geht es nicht um Geld und Macht, sondern um einen Dating-Guide für Männer. Die Farbe gold wird normalerweise mit Geld verbunden, aber nicht mit Liebe. Das Wort, das ins Auge springt, ist „Erfolgscodex“.

Damit denkt der Leser an alles andere als an Liebe und Daten. Der Untertitel zum Buch ist so klein gedruckt, dass der Leser das Buch in die Hand nehmen müsste, um ihn zu lesen. Das wird er nicht machen, wenn er auf der Suche nach einem Dating-Ratgeber ist.

Sehen wir uns ein anderes Buchcover an

Dieser Autor macht drei Dinge richtig: Er verwendet ein passendes Foto, wählt die richtige Farbe aus und auch aus der Ferne lässt sich „Dating Ratgeber“ als wichtigstes Wort sehr gut lesen.


Was kann ein Autor zu Beginn machen, um ein Buchcover zu entwickeln?

Als erste Orientierung kann sich der Autor bei anderen Büchern umsehen: Was machen die Bestseller besser? Sind es die Fotos, Farben, Schriftarten, Schriftgrößen,...

Die erfolgreichsten Dating-Guides verwenden sexy Fotos von Paaren und arbeiten mit Farbtönen von knallpink bis dunkelrot. Immer sticht das Wort „Dating“ sofort durch die Schriftgröße ins Auge.

Amazon erlaubt dem Autor, die Version des aktuellen Buchs über das KDP-Dashboard jederzeit zu aktualisieren. Dabei dürfen das Cover, der Text und sogar der Preis geändert werden. Nach dem Hochladen der geänderten Daten dauert es zumeist 72 Stunden, bis die neue Version hochgeladen und sichtbar ist.

Wie soll der Autor das Buchcover selbst gestalten?

1. Mit einem professionellen Designer oder einem hochwertigen Programm das Buchcover selbst gestalten

Designer beschäftigen sich mit Bildkomposition, Farben, Schriftarten und Schriftgrößen sowie mit der visuellen Vermittlung von Botschaften. Sie kennen Buchformate und arbeiten mit professionellen Design-Programmen. Designer erstellen Cover für die digitalen und gedruckten Buchversionen und wählen die richtigen Farbkodes aus.

Wer Zeit und Nerven sparen will, sucht sich einen professionellen Designer. Ich verwende hier absichtlich das Wort professionell und rate von 1-Cent-Plattformen wie fiverr, upwork, freelancer, 99designs und anderen ab. Darauf gehe ich in einem anderen Beitrag ein.

Auch Design-Programme bieten sich für diejenigen an, die mehr Zeit und Biss haben. Die beliebtesten sind mit Sicherheit Canva (kostenlos bis zu einem geringen Preis), Crello (kostenlos bis zu einem geringen Preis) und Bookwright von Blurb (geringer Preis für sehr hohe Qualität).

Mit allen lassen sich mit den Format-Vorlagen gute Buchcover selbst gestalten und auf verschiedene Buchformate anpassen.

2. Ein Farb-Composer-Tool für die Buchcover-Farben verwenden

Wer von Design nicht so viel Ahnung hat und das Buchcover selbst gestalten möchte, kann sich bei Farb-Composer-Tools gute Inspiration und Anleitungen suchen. Coolers.co und Canva.com haben verschiedene Farbpaletten, die Farben nach Themen zusammenstellen: von kühlen Farben für den Ratgeber über Führungskräfte bis zu verspielten Farben für Kinderbücher ist alles dabei.

Die Farbcodes sind Hex-Farben und können direkt in die Design-Programme eingegeben oder dem gewählten Designer als Inspiration oder Orientierungshilfe übermittelt werden. Das ist genau das richtige Tool, um ein gutes Buchcover selbst gestalten zu können!

Ich liebe sie und verwende sie oft für Buchcover, um die richtigen Farbkombinationen zu finden.

3. Professionelle Fotos und Grafiken in hochwertiger Qualität verwenden

Einige Buchautoren glauben, dass sie hochwertige und originelle Buchcover mit Hilfe von Foto-Plattformen herstellen können. Sie versuchen, die Kosten möglichst niedrig zu halten und laden sich auf diesen Webseiten preiswerte Fotos herunter.

Diese Fotos und Grafiken werden von vielen anderen, weltweiten Benutzern für verschiedene Zwecke heruntergeladen. Sie sind kein Unikat mehr. Es ist deswegen bedenklich, damit das Buchcover selbst gestalten zu wollen.

Ein wichtiger Punkt sind die Lizenzen, mit denen die Grafiken und Fotos verbunden sind. Die meisten Lizenzen gestatten keine kommerzielle Verwendung (Verkauf der Bücher). Viele dieser Plattformen haben keine Filter oder Qualitätskontrollen und deswegen können User Bilder hochladen, an denen sie selbst keine Urheberrechte besitzen.

Als Nutzer ist ein Autor vor solchen Praktiken nicht geschützt und die Plattformen stellen sich garantiert nicht auf die Seite des Autors, wenn eine Abmahnung eintrudelt.

Vor allem sollten die Alarmglocken schrillen, wenn es sich um sehr hochwertige Bilder handelt und auf den Plattformen Vermerke wie “lizenzfrei” und “kein Bildnachweis notwendig” angegeben sind.

Wie man das überprüft? Durch die Google Reverse Image Suche. Man lädt das Foto oder die Illustration in die Google Reserve Image Suche hoch. Google überprüft in wenigen Sekunden, wo das Bild noch verwendet wird.

Ein Beispiel gefällig?

Pixabay ist eine dieser Fotodatenbanken, wo man augenscheinlich lizenzfreie Fotos herunterladen kann und kommerziell nutzen darf. Die User lesen jedoch das Kleingedruckte nicht. Ich lade mir folgendes Foto herunter und erfahre, dass es lizenzfrei verwendet werden darf:

Dann überprüfe ich das lizenzfreie Foto auf Google Reverse Search: https://images.google.com/, indem ich es hier hochlade und Google suchen lasse. Überraschung: Es wird tausendmal von anderen Usern verwendet. Die meisten verwenden es für redaktionelle Zwecke.

Wer weiß, wer wirklich der Urheber des Fotos ist?

Wer auf Nummer sicher gehen will (und das sollte jeder!), hat 3 Möglichkeiten:

  • einen professionellen Designer/Illustrator für ein Unikat zu beauftragen

  • das Foto oder die Illustration mit einer Kamera oder einem Progamm selbst zu erstellen

  • aus Bildkomposition, Text und Farben ohne Fotos oder Illustrationen ein ansehnliches Cover zu machen

Jeder kann seine Fotos mit dem Google Reverse Search und ähnlichen Tools überprüfen. Wäre ich Fotografin, würde ich das regelmäßig machen und Menschen abmahnen, die meine ohne Erlaubnis hochladen und kommerziell verwenden.

4. Große Schriftarten verwenden und das wichtigste Wort groß machen

Der Leser muss das wichtigste Wort auf dem Buchcover, das Schlüsselwort des Buchs, auf einen Blick erkennen. Er darf gar nicht überlegen, worum es sich handeln könnte. Deswegen muss das wichtigste Wort das größte sein.

Um das Buchcover selbst gestalten zu können - und zwar bestmöglich - sollte die Schriftgröße des Hauptkeyworts mindestens 80 pt haben. Die Schriftart des Schlüsselworts sollte klar und nicht verspielt sein. Klingt das einfach? - Beide Punkte werden leider von Autoren, die ihr Buchcover selbst gestalten wollen, am öftesten übersehen.

Bleiben wir bei den Dating-Guides:

Diese beiden Buchcover sind keine guten Beispiele, weil im ersten Beispiel „Frauen“ heraussticht und man im zweiten keine Ahnung hat, was das wichtigste Element des Buchs ist.

Wer das Buchcover bis hierher erstellt hat, kann vom Bildschirm drei Schritte zurück treten und sich sein Cover ansehen. Erkennt man auf den ersten Blick, wovon das Buch handelt? Ist das wichtigste Wort noch lesbar?


5. An den Buchrücken denken

Der Buchrückentext ist genau so wichtig wie das Buchcover. Meist schlagen interessierte Leser nämlich nicht sofort das Buch auf und blättern es durch, sondern drehen es auf den Rücken: Sie möchten erst einen Überblick über den Inhalt gewinnen. Am Buchrücken steht auch der Preis und das ist das zweitwichtigste Entscheidungskriterium.

Wie fasst man den Inhalt des Buchs am besten zusammen? Hier lohnt es sich, ausgiebig darüber nachzudenken, was die Hauptinhalte des Buchs sind und was einen Leser interessieren könnte.

Im Grunde gleicht es einer SEO-Optimierung: Der Autor möchte mit Schlüssel- und Signalwörtern arbeiten, um so beim Leser Interesse zu triggern. Gleichzeitig möchte er einen Überblick über den Inhalt bieten und alle wichtigen Punkte aufzählen.

Hier ein schlechtes und ein gutes Beispiel:

Beispiel 1:

Das Muss für jede Single-Frau!

Seit Urzeiten wundern sich Frauen über das rätselhafte Verhalten des geschlechtsreifen Mannes: Vielleicht will er es langsam angehen. Freundschaft ist ihm wichtiger als Sex. Bestimmt ist sein Akku leer … Alles Quatsch! Die Autoren sagen den Frauen endlich die Wahrheit: Sie verschwenden Ihre Zeit! Männer sind nicht kompliziert. Und sie senden keine undeutlichen Signale aus, denn ihre Taten sprechen deutlicher als alle Worte: »Wenn er dich will, lässt er´s dich wissen. Sonst steht er eben nicht auf dich!«

Beispiel 2:

Kennst du das Gefühl wenn du einen sehr attraktiven Mann siehst, aber nicht die Überwindung dazu findest ihn anzusprechen?

Warum du immer noch nicht den richtigen gefunden hast?

Bist du eine Frau, die dieses Problem nie wieder haben möchte? 

Suchst auch du das Glück im Leben? Hör heute noch auf danach zu suchen! 

Dieses Buch wird dein Problem lösen!


Was du in diesem Buch lernen wirst: 

  • Die Wahl des richtigen Mannes

  • Verhalten beim ersten Date

  • Verhalten beim ersten Kuss

  • Die Wahl der passenden Kleidung

  • Die Unterschiede zwischen Mann und Frau

  • Wie du richtig flirtest


Fazit zum Thema “Das Buchcover selbst gestalten”

  1. Das Hauptkeywort gut auswählen

  2. Farben richtig bestimmen

  3. Bilderrechte genau überprüfen

Ich freue mich über deine Kommentare zu diesem Post.

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