Soll ich mein Buch über einen Verlag oder als Selbstverleger anbieten?

Was ist sinnvoller: Verlag oder Selbstverlag?

Ist das Thema für das Sachbuch einmal festgelegt, geht es an die Arbeit: das Buch planen, schreiben und veröffentlichen.

Schon in der Entstehungsphase machen sich viele Buchautoren Gedanken darüber, ob sie das Buch in Eigenregie als Selbstverleger oder in Zusammenarbeit mit einem Verlag veröffentlichen.

Beide Wege haben ihre Vor- und Nachteile.

1. Der Weg über einen Verlag

Wer über einen Verlag veröffentlichen möchte, sollte so früh als möglich mit der Suche nach einem passenden Verlag beginnen. Die meisten Verlage haben Vorlaufzeiten von mehreren Monaten bis Jahren und planen ihre Programme im Vorhinein.

Verlage suchen spannende und gut geschriebene Bücher, die zu ihrer Ausrichtung passen. Wenn das Thema oder die Handlung des Buchs zu sehr aus der Reihe tanzt, ist es wahrscheinlich nicht mit dem Verlag kompatibel.

Ein Verlag ist längst kein verstaubtes Unternehmen mehr, sondern eine moderne Firma, die auf Gewinn ausgerichtet ist. Verlage nehmen aus diesem Grund nicht alle Themen und Autoren auf. Sie sind etwas picky, und das aus gutem Grund: Sie investieren in die Herstellung, die Distribution und die Bewerbung des Buchs. Für Verlage stellt jedes Buch ein Risiko dar und sie müssen vom Autor und Buch überzeugt sein. Besonders ungern nehmen sie unbekannte Autoren ohne größeres Publikum oder Reichweite auf.

Der Lektor des Verlags ist die erste Anlaufstelle für die Autoren und ihre Manuskripte. Er sieht sich die Autoren und ihre Einreichungen genau an und entscheidet dann, welche der Verlag in sein Programm aufnimmt.

Im Klartext heißt das: Pro Verlag entscheidet eine Person, ob er das Buch aufnimmt. Dieser Gedanke kann trösten, wenn es zu einer Absage kommt.

Autoren, die mit einem bestimmten Verlag zusammen arbeiten möchten, sehen auf den Webseiten der Verlage die Anforderungen, die sie für die Einreichung des Manuskripts erfüllen müssen. Ein Beispiel des Piper-Verlags HIER.

Meist möchten die Verlage einen Lebenslauf, eine längere Leseprobe (und nicht das gesamte Manuskript) und das sogenannten Expose (eine professionellen Kurzdarstellung der Buchidee) vom Autor haben. Wichtig dabei ist, dass der Autor diese Unterlagen professionell gestaltet und dem Verlag zeigt, dass er sich mit seiner Idee und der möglichen Vermarktung ausreichend beschäftigt hat.

Der Verlag bewertet anhand dieser Einreichung, ob das Buch ins Verlagsprogramm passt und er in das Buch investiert. Da Verlage Unternehmen sind, investieren sie nur in relevante Ideen, von denen sie sich Gewinne versprechen. Die Leseprobe und das Expose helfen ihnen, die Qualität des Autors zu bewerten.

Die meisten professionellen Verlage sind mit Autoren-Anfragen überhäuft und erhalten zum gleichen Thema möglicherweise Unterlagen von einem bekannteren Autor bzw. besseres Material. Es ist herausfordernd, als Neulingsautor bei einem größeren oder etablierteren Verlag Fuß zu fassen. Je größer der Verlag, desto höher die Challenge, bei ihm als unbekannter Autor unterzukommen. Kleinere Verlage und Nischenverlage können für Anfänger eine Option sein.

Einen großen Bogen sollte jeder Buchautor um sogenannte Druckkostenzuschussverlage machen. Das sind Verlage, die sich dafür bezahlen lassen, dass sie Bücher verlegen und veröffentlichen. Sie handeln in Gewinnabsicht und akzeptieren deswegen jedes (noch so schlecht geschriebene) Buch. Sie setzen auf die Unwissenheit von Neulingsautoren und verstecken ihre wahre Identität auf ihren Internet-Seiten und Social Media-Auftritten hinter einem Deckmäntelchen von Seriösität. Einen wunderbaren Bericht zu diesem Thema gab es vor einigen Jahren in einem Selbstversuch des Spiegels: „Die schönsten Seiten des Schwachsinns“.

Ein professioneller Verlag wird den Autor nie darum bitten, die Kosten für die Produktion des Buchs zu zahlen oder teilweise zu übernehmen. Ein seriöser Verlag übernimmt diese Kosten selbst, weil er es als Investition sieht. Ein Verlag kann dem Autor frei stellen, zusätzliche Marketing-Maßnahmen in die Wege zu leiten, um mehr Bücher zu verkaufen. Diese Kosten übernimmt meist der Autor selbst.

Auf dieser SEITE findest du eine Liste bekannter Druckkostenzuschussverlage.


Indirekter Weg zu einem Verlag: Literturagent

Ein indirekter Weg zu einem Verlag ist ein sogenannter Literaturagent.

Ein professioneller Literaturagent arbeitet mit einem Erfolgshonorar, das er von seinem Vermittlungserfolg zwischen Autor und Verlag abhängig macht. Weniger professionelle Agenten verlangen für ihre Tätigkeit fixe Beträge.

Der Literaturagent kümmert sich im Namen des Autors um die Präsentation des Buchkonzepts an einen Verlag, der ihm für das Thema geeignet scheint.

Wer als Autor Zeit sparen möchte oder sich nicht mit der Suche herumschlagen will, ist bei einem professionellen Agenten gut aufgehoben.


Indirekter Weg zu einem Verlag: Selbstverlag mit gutem Marketing

Eine andere, indirekte Möglichkeit zu einem Verlagsvertrag ist, sein Buch zuerst als Selbstverleger zu veröffentlichen. Und ein qualitativ gutes Buch mit starkem Marketing zu verkaufen, sodass die Verlage von sich aus auf den Autor aufmerksam werden und ihn ansprechen.

Das passiert Selbstverlegern in regelmäßigen Abständen und Verlage bieten ihnen eine Zusammenarbeit für ein Buch an.


Welche Punkte sind beim Verlagsweg wichtig?

Bei allen Wegen zu einem Buchvertrag mit einem Verlag geht es darum, sich an die Anforderungen der Verlage und Agenten zu halten.

Stell es dir wie bei einem Bewerbungsgespräch für eine ausgeschriebene Stelle vor: Der Verlag erhält auf die freie Stelle etwa 200 Bewerbungen. Nun muss ein Mitarbeiter aussortieren, wer zumindest zum Bewerbungsgespräch kommen darf. Er lehnt alle Bewerber ab, die sich nicht an die formalen Kriterien der Stellenausschreibung halten. Außerdem sortiert er alle aus, die in ihren Dokumenten Rechtschreibfehler machen bzw. in denen der Lebenslauf (das Expose) nicht klar genug ist. So reduziert er die Bewerber auf etwa 20 Personen , die in Frage kommen. Nun muss er entscheiden, wen er nimmt. Er verfeinert die Suche, bis er angekommen ist.

Wer einen Verlagsvertrag angeboten bekommt, darf sich darüber freuen, dass der Verlag die Produktion und die Vermarktung des Buchs übernimmt. Durch den Verlag erhält der Autor eine große Reichweite und der Verlag übernimmt den Vertrieb. Die Sache hat allerdings den Haken, dass der Verlag die wichtigen Entscheidungen trifft: Titel, Inhalte, Layout sind einige Punkte, die der Verlag bestimmt. Der Vertrag regelt die Rechte und Bezahlung zwischen den Partnern. Meist hat der Autor in diesen Punkten wenig Mitspracherecht.

2. Der Weg als Selbstverleger

Wer als Mensch folgende Eigenschaften besitzt, ist als Selbstverleger gut aufgehoben: Biss, Organisationsfähigkeiten, Selbstdisziplin, Selbstkritik, Wille zum Erfolg und Kreativität sind die Faktoren, mit denen Selbstverleger aus ihren Büchern Erfolge machen.

Dazu gesellt sich im besten Fall ein wirtschaftliches Interesse, um Kosten und Einnahmen kalkulieren und Gewinne machen zu können.

Das Risiko für das Buch liegt beim Selbstverleger selbst. Für viele Menschen bedeutet das Freiraum und Freiheit, das Buch in der Form zu schreiben und zu vermarkten, wie sie möchten. Für andere wiederum ist es anstrengend, das zu tun.

Ob Privatperson, Selbstständiger oder Unternehmer: Grundsätzlich kann jeder Selbstverleger werden und das eigene Buch selbst verlegen. Die Qualität der Bücher, die Selbstverleger herstellen, wird immer besser. Und damit wird die Konkurrenz auch immer stärker.

Als Selbstverleger musst du den unbedingten Willen haben, ein qualitativ hochwertiges Buch herzustellen, damit du es verkaufen kannst. Lies in diesem BEITRAG mehr zu den Erfolgsfaktoren von Sachbüchern.

Vielfach denken Erstlingsautoren, die ihre Bücher als Selbstverleger veröffentlichen, dass sich das Buch ab der Veröffentlichung von selbst verkaufen wird. Doch gerade dann beginnt der Spaß am Selbstverleger-Dasein erst: Du kümmerst dich ab der Veröffentlichung um das Marketing und den Verkauf des Buchs.

Besonders bei der Vermarktung sind Kreativität und Regelmäßigkeit gefragt: Um sich heutzutage als Neulingsautor ins Bewusstsein der Leser zu beamen, ist ein guter Mix aus Suchmaschinenoptimierung, Social Media-Präsenz, Networking und Kooperationen mit Bloggern, Vloggern und Podcastern sowie Zugang zu Fachpublikationen und -magazinen erforderlich.

Das Buch kann über die eigene Webseite, über Buchverkaufsplattformen oder über Distributoren (epubli, tredition, booksondemand, bookmundo,...) angeboten werden.

Buchverkaufsplattformen arbeiten direkt mit dem Selbstverleger zusammen: Hier stellst du dein Buch ein und bietest es über die Seite an. Das beste Beispiel ist Amazon mit seinem Kindle Direct Publishing Programm.

Distributoren verteilen die Bücher auf verschiedenen Buchseiten sowie im Buchhandel und verrechnen für diese Service-Leistung unterschiedliche Kommissionen oder einen Fixbeträge.

Buchverkaufsplattformen und Distributoren verrechnen für die Produktion und den Vertrieb des Buchs unterschiedliche Preise. Sie übernehmen für gedruckte Bücher den Druck und den Versand. Dieses Prinzip nennt sich Print-on-Demand und hat sich als kostengünstig erwiesen. Preisvergleiche lohnen sich in jedem Fall.

Als Selbstverleger legst du auch den Verkaufspreis deines Buchs selbst fest. Hier gilt es, an einige Punkte zu denken. Mehr dazu in diesem BEITRAG zu ROMANEN und in diesem zu SACHBÜCHERN.

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Wer sein Sachbuch als Selbstverleger veröffentliche möchte, kann am ersten Sonntag im Monat an meiner kostenlosen online Schreib-Challenge teilnehmen. Mehr Informationen HIER.

Zur Unterstützung biete ich Sachbuchautoren Coachings an. Alle Info dazu gibt es HIER.

Mehr zu den Punkten, die zu einem Sachbuch-Erfolg führen, in diesem BEITRAG.

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