15 unschlagbare Buchmarketing-Tipps

Mit welchen Buchmarketing Tipps erreiche ich mehr Leser?

Monatelang sitzt du über deinem Buch. Endlich kommt der heiß ersehnte Tag der Veröffentlichung.

Doch dann kauft es fast niemand.

Manchmal könnte ich mit den Autoren, die mir diese Situation schildern, mitheulen. Denn auch mir bricht es das Herz, wenn sich tolle Bücher nicht verkaufen.

Interessant ist dieser Punkt: Die meisten Bücher verkaufen sich nicht etwa wegen ihrer Qualität oder wegen ihres Inhalts. Sondern deswegen, weil sich der Autor dahinter viele und rechtzeitige Gedanken zu den Lesern überlegt, wie er sie auf sein Buch aufmerksam macht.

Beginne mit den Überlegungen zum Buchmarketing noch vor der Veröffentlichung. Während es dein Lektor oder Buchcover-Designer bearbeitet, hast du genügend Zeit, dir in einigen Stunden Arbeit einen Marketing-Plan zu erstellen.

Schnappe dir einen Kalendar und arbeite durch die folgenden Fragen:

  • Wann bin ich in Urlaub/nehme mir eine Auszeit?

  • Wann sind Veranstaltungen und Messen, an denen ich teilnehmen möchte?

  • Wie viel Zeit habe ich realistisch gesehen jede Woche, um die Werbetrommel für mein Buch zu rühren?

Damit steht dein Grundgerüst und du kannst es befüllen. So bleibst du mit Spaß und Motivation an der Sache. Beginne schon sechs Monate vorher mit dem nächsten Kalendarjahr.

1. Definiere deinen Wunschleser

Weißt du, wer dein Buch kaufen wird?

Vor jeder Marketing-Maßnahme (selbst wenn es darum geht, ob du ein Facebook-Profil anlegst oder einen Social Media-Post machst), steht immer die Überlegung zur Zielgruppe.

Die Zielgruppe nennt sich im Buchmarketing auch „Wunschleser“. Dieser Wunschleser ist immer die Person, die sich genau über dein Buch freuen und es weiterempfehlen wird.

Hier eine kurze Anleitung.

Wunschleser.png

Je genauer du diesen Wunschleser festlegst, desto besser kannst du dein Marketing betreiben.

Bleib diesem Leser treu. Selbst wenn andere Leser dein Buch kaufen und rezensieren, bleib bei ihm und mach weiter.

Stell es dir wie bei Starbucks vor: Die Kaffee-Kette bedient 25- bis 35-jährige Menschen. Nur weil sich hin und wieder jemand über 60 dort einen Kaffee kauft, wird sie ihr Marketing nicht auf über 60-jährige anpassen.

 

2. Arbeite den Mehrwert deines Buchs heraus

Auch wenn Buchmarketing Tipps wie dieser abgedroschen klingen: Wenn du deinem Leser erklären kannst, warum er dein Buch kaufen soll, wird er auf den Geschmack kommen.

Der Leser kennt das Buch nicht und möchte nicht die Katze im Sack kaufen. Er will wissen, ob dieses Buch zu seinen Wünschen und Erwartungen passt.

Bei Sachbuchautoren suchen die Leser meist nach einem Mehrwert oder einer Lösung; bei Romanautoren eher nach Lesevergnügen und spannenden Geschichten.

Das lässt sich nicht nur durch Klappentexte erreichen. Es lässt sich zusätzlich durch Adjektive zum Buch, durch Claims oder Versprechen ausdrücken.

Wenn du nach Inspiration suchst, sieh bei deinen Rezensenten nach: Was haben sie über dein Buch gesagt? – Meist sind das tolle Quellen, um zu dem Mehrwert zu kommen, den du deinen Lesern geben kannst.

Stelle diese Aussage auf alle Seiten, auf denen du dein Buch präsentierst.

 

3. Erstelle digitales Werbematerial

Unter den Begriff „digitales Werbematerial“ fallen:

- Autorenbiografie: Kennst du die Autorenbiografien, in denen du zum x-ten Mal liest, dass der Autor schon mit 14 gerne geschrieben hat und 1980er-Jahrgang ist? - Stelle dein Warum und die Geschichte zur Entstehung des Buchs in den Vordergrund. Rück deine Eckdaten in den Hintergrund. Tolle Beispiele sind die unterhaltsamen Autoren-Biografien von Sebastian Fitzek und Arno Strobel.

- Digitale Klappentexte: Der Klappentext des Buchrückens ist der Text des gedruckten Buchs. Digitale Klappentexte funktionieren anders. Buchverkaufsplattformen sind Suchmaschinen und Google findet deine Webseite. Diese Seiten brauchen Texte, die für sie passend aufgebaut sind. Passend bedeutet, dass sie anders als der Text am Buchrücken sein sollten. Lies mehr dazu HIER.

- Cover und Banner: Stelle auf Buchverkaufsseiten, Webseiten und Social Media-Profilen das Buchcover deines aktuellsten Buchs auf die Hauptseite. Lade dir einen Buch-Dummy herunter, damit Leser auf den ersten Blick erkennen, dass dein Produkt ein Buch ist und du Buchautor bist. Setze es auf den relevanten Kanälen in den Banner.

- Mini-Sales-Pitch für Social Media-Profile: Bei den meisten Social Media-Plattformen kannst du etwa 150 bis 300 Zeichen nutzen, um dich zu beschreiben. Das zwingt dich, dich auf das Wichtigste zu konzentrieren. Stell es dir so vor: Du musst dein Buch in einer TV-Show vor 2.000 Menschen präsentieren. Die Zuseher möchten vom ersten Satz weg überzeugt werden.


4. Erstelle einen Zeitplan

Hast du Schritte 1 bis 3 durchgearbeitet, erstelle dir einen persönlichen Marketing-Plan. Hier gilt es, in langfristigen Dimensionen zu denken. Denn das Buch soll auch in einem Jahr noch Gesprächthema sein. Und du Spaß und Motivation am Marketing haben.

Wie viel Zeit kannst realistischerweise jede Woche in die Marketing-Maßnahmen deines Buchs stecken? Plane lieber weniger Zeit ein und bleibe deinem Plan treu. Lass dich nicht von anderen Autoren beirren; sie haben eine andere Ausgangssituation als du.

Wenn du jede Woche etwas dafür tust, um dein Buch bekannt zu machen, hilft das langfristig mehr als kurz nach der Veröffentlichung 200% Einsatz zu geben. Du wirst langfristig mehr Power und Spaß an deinem Buch haben.


5. Gestalte einen Content-Plan

Überlege, wie du dein Buch und dich auf deiner Webseite und Social Media-Seiten zeigen willst.

Rückst du eher dich, dein Buch, deinen Alltag oder dein Leben in den Vordergrund; oder setzt auf einem Mix aus allem?

Gerade bei Sachbuchautoren ist wichtig, dass sie das Thema ihres Buchs präsentieren. Bei Roman-Autoren ist interessant, wenn sie über Figuren oder Handlungen schreiben.

Suche den roten Faden in dem, was du zeigen willst. Das können Farben, der Sprachstil, die Einblicke oder andere Dinge sein. Du möchtest erreichen, dass die Leser deine Beiträge auf einen Blick erkennen und mit dir in Verbindung bringen.

Überlege dir, was du von der jeweiligen Seite willst.

Beispiele:

  • Meine Webseite soll mich als Autor bekannt machen und Leser anziehen. Sie ist meine PR-Maschine, wo ich alle meine Bücher präsentiere, Lesungen und Veranstaltungen bewerbe und über einen Newsletter meine eigenen Kontakte aufbaue.

  • Auf Instagram will ich Lesern zeigen, dass ich Experte in meinem Thema bin.

  • Auf Facebook promote ich mein Buch in Selbsthilfegruppen und punkte mit meinem Thema.


6. Erlerne die Basics von SEO

Das ist einer der Buchmarketing Tipps, um den die meisten Autoren einen großen Bogen machen.

Warum überhaupt? - SEO ist das Werkzeug, das zu automatischer digitaler Sichtbarkeit führt. Und zwar nicht nur auf deiner Webseite, sondern auch auf den Buchverkaufsplattformen und auf Social Media.

Selbst mit Grundkenntnissen kannst du deine Bücher und Inhalte für Leser im Web sichtbar machen. Und das automatisch, ohne einen weiteren Finger für Werbung zu rühren.

SEO matcht die Suchanfragen der Leser mit deinen Inhalten. Je besser deine Inhalte nach diesen Suchanfragen optimiert sind, desto besser zeigen die verschiedenen Seiten deine Bücher an.

Das lässt sich so automatisieren, dass Google und Amazon bzw. Social Media-Seiten deine Inhalte und Bücher auf den ersten Seiten anzeigen.

Persönlich bin ich der Meinung, dass Autoren SEO selbst erlernen und nicht abgeben sollten. So haben sie mehr Kontrolle über weitere Inhalte und Bücher.

Oft sagen mir Autoren, dass sie SEO nie lernen könnten, weil es zu „schwierig“ sei. Aber hey: Erinnerst du dich, dass du als Schüler Differentialrechnungen für deine Matura/dein Abitur machen musstest?


7. Such dir Partner

Sachbuchautoren können zu ihrem Thema Kooperationen mit Opinion Leadern, Influencern, Meinungsmachern, Fachzeitschriften und weiteren suchen. Such dir als Sachbuchautor Partner, die schreiben, sprechen und präsentieren. Denn Leser lesen Blogs, hören Podcasts und schauen Videos, um sich über das jeweilige Thema schlau zu machen.

Als Roman-Autor kannst du die gleiche Strategie anwenden. Hier denke ich an einen Fantasy-Autor, der sich mit anderen Fantasy-Autoren zusammentut, mit Bildungseinrichtungen für Jugendliche Interviews macht (Lesen fördern) und sich Rollenspiel-Communities und -Hersteller als Partner sucht.

Bitte deinen Lektor, deinen Cover-Designer und deinen Buchsetzer, die Projekte auf ihren Seiten zu präsentieren.

Sieh dir bei diesen Partnerschaften an, wie gut die Qualität des Partners ist und wie viel Reichweite er hat. Ein wichtiger Punkt ist, ob dein Partner etwas von SEO versteht. Tut er das, ist er wie ein Goldschatz: Denn damit bleiben die Inhalte langfristig sichtbar im Web und gehen nicht kurz nach der Erstellung wieder in den Weiten des Internets verloren.


8. Vernetze dich mit Buch-Bloggern

Buch-Blogger ist Buch-Blogger? Nicht ganz. Bei den Buch-Bloggern trennt sich manchmal die Spreu vom Weizen. Such dir einen Buch-Blogger in deinem Genre und sieh dir die Punkte:

  • Reichweite

  • Qualität

  • SEO-Kenntnisse

an.

Geh wertschätzend mit den Menschen hinter dem Blog um: Viele Buch-Blogger betreiben ihre Blogs aus persönlichen Interessen oder als Hobby und verdienen nichts mit ihren Seiten.

Schlage ungewöhnliche Aktionen wie Gewinnspiele oder Quizzes vor, damit die Leser etwas Besonderes erleben können.

Ein tolles Interview mit Monika von SüchtignachBüchern kannst du HIER lesen.


9. Wirble Staub auf

“Despertar el polvo”: Auf Spanisch heißt die Redewendung “Den Staub aufwecken”. :)

Im Meer der anderen Autoren herauszustechen, ist manchmal nicht einfach. Du willst die Leser inhaltlich aufwecken und von dir begeistern.

Überlege ungewöhnliche Inhalte:

  • Stelle als Sachbuch-Autor Thesen oder Prinzipien zu deinem Thema in Frage. Oder veranschauliche das Thema aus einer witzigen Perspektive.

  • Wirf als Roman-Autor Fragen zu deinen Welten auf oder stelle den Leser Rätsel.

  • Binde deine Leser in die Entstehung des Buchs ein: Lass sie das nächste Cover oder die nächste Handlung mitentscheiden.

  • Veranstalte außergewöhnliche Gewinnspiele, in denen die Leser mehr als das Buch gewinnen können oder binde sie in die Vermarktung deines Buchs mit ein.


10. Zeige dich deinen Lesern

Selbst wenn du unter einem Pseudonym schreibst und dein Gesicht nicht zeigen willst: Zeige dich deinen Lesern. Nimm deine Stimme auf und lies deinen Lesern vor. Mach eine Live-Lesung.

Hinter den Seiten und Buchcovern können deine Leser so sehen, was für ein Mensch steht. – Manche Leser treffen die Kaufentscheidung gerade deswegen, weil du dieser Mensch bist.

Von der Aufmerksamkeit, die du auslöst, hat Text die wenigste Kraft und Präsentation die stärkste:

Text –> Bild/Foto/Grafik -> Sprache -> Präsentation


11. Führe einen regelmäßigen Autorenblog

Ein Blog-Beitrag kann einmal pro Monat online gehen. Mit guten Inhalten und mit SEO-Optimierung bleibt er lange im Web. Google möchte pro Blog-Eintrag ca. 800 bis 1500 Wörter.

Überlege dir, welche Inhalte für deine Zielgruppe interessant sein können und organisiere dein Blog-Beiträge um die Zielgruppe herum.

Sachbuchleser möchten tendenziell mehr über das Thema erfahren; Romanleser mehr über die Geschichten, Welten, Charaktere, Schauplätze, Entstehungsprozesse,…

Führst du deinen Autorenblog mindestens zweimal pro Monat mit spannenden Beiträgen, erstelle dir auch ein Autoren-Konto bei Pinterest. HIER die komplette Anleitung.

Klingt zu anstrengend oder aufwendig? Überlege mal so: Social Media Posts solltest du je nach Kanal jeden Tag einpflegen. Social Media Kanäle begrenzen die Wörter und Zeichen auf ein Minimum.


12. Veröffentliche Leseproben

Leseproben sind spannend und geben dem Leser einen tollen Anreiz, das Buch zu kaufen. Sie müssen nicht immer die ersten Seiten sein; Leseproben können Aneinanderreihungen von verschiedenen Sachbuch-Kapiteln oder Roman-Auszügen sein.

Als Amazon-Selbstverleger solltest du die Amazon-eigene Leseprobe „Blick ins Buch“ aktivieren. Bei Amazon-Ebooks setzt du das Impressum nach hinten, um den potenziellen Lesern mehr Seiten als Leseprobe anzeigen zu können. Die Amazon-eigene Leseprobe lässt sich auch in andere Webseiten einbinden (siehe Punkt 14).

Auf Social Media machen sich bei beiden Arten von Autoren regelmäßige Leseproben gut. Beachte, dass immer neue Abonnenten dazukommen, die das Buch noch nicht kennen.

13. Führe deine anderen Bücher an

Gib in deinen gedruckten Büchern und digital an, welche anderen Bücher du noch veröffentlicht hast.

Gib diese auf allen Seiten an:

  • Social Media-Seiten

  • Webseite

  • Buchverkaufsplattformen

  • Email-Signatur

Wenn Amazon die stärkste Buchverkaufsplattform ist, baue die „Blick ins Buch“-Vorschau direkt ein, damit Leser sie auf anderen Seiten lesen können.

 
leseprobe1.png
 
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Mit diesem Link können die Leser unabhängig von Amazon.de die Leseprobe auf anderen Seiten lesen.


14. Sammle und veröffentliche Rezensionen und Leserstimmen

Bitte die Leser im Buch darum, dir eine ehrliche Rezension zu hinterlassen. Sammle sie und weise auf deinen Webseiten darauf hin.

Social Proof ist Teil des Eigenmarketings: Die besten Leserstimmen gehören auf deine Webseite und die beste auf deine Social Media-Seiten. Du gibst den Besuchern und Lesern damit das Signal, dass andere Leser dein Buch kennen und empfehlen.

Die meisten Rezensionsplattformen haben für die Weiterverwendung der Rezensionen eigene Bestimmungen. Frage daher bei der Seite an, wie du sie verwenden darfst (ja/nein, ganz/auszugsweise, mit/ohne Backlink). Bei Bloggern empfiehlt es sich, dasselbe zu tun.

 

15. Erstelle einen digitalen Presse-Kit

Wenn du Interviews mit Blog-Betreibern, Vloggern oder Medien-Mitarbeitern machst, hast du im besten Fall einen Presse-Kit, den du deinem Gegenüber zuschickst. So kann sich dein Gesprächspartner einen Eindruck machen, wer du bist und dich seinen Zusehern oder Lesern präsentieren.

Was gehört in einen digitalen Autoren-Presse-Kit?

  • Ein fröhliches und professionelles Foto von dir in Hochauflösung

  • Eine Kurzbiografie

  • Das Cover deines Buchs in Hochauflösung

  • Klappentext oder Beschreibung zum Buch

  • Kaufmöglichkeiten des Buchs mit Links

  • Kurze Leseprobe

  • Rezensionen, Preise oder Auszeichnungen

  • Kontakdaten inkl. Social Media-Profilen

 

Übrigens listet auch die KDP-Hilfe von Amazon für Amazon-Selbstverleger einige Buchmarketing Tipps auf.

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