Lieber Selbstverleger,

ich gratuliere dir!

Dazu, dass du ein neues Buch veröffentlicht hast!

Als Selbstverlegerin freue ich mich immer darüber, dass auch andere Menschen den Sprung ins unternehmerische Wasser wagen.

Freude

Vor einigen Tagen bestellte ich mir dein Buch über Amazon und es kam sorgsam verpackt bei mir zu Hause an. Du hast einen Ratgeber zu einem für mich spannenden Thema geschrieben und ich freute mich riesig auf dein Buch. Der Preis lag für das Taschenbuch bei leistbaren 9,99 Euro und die abgegebenen verifizierten Bewertungen hatten alle 5 Sterne. Dein Buch hatte im Taschenbuch-Format etwa 60 Seiten. Das ist ein gutes Einstiegsbuch und für Taschenbücher meiner Ansicht nach die minimale Seitenanzahl. (Warum das so ist, erkläre ich in meinem Ratgeber.) Ich dachte, dass das genau das richtige Buch für mich wäre und freute mich schon sehr auf das Lesen.

Erstaunen

Nachdem ich dein Buch aufgeschlagen hatte, blieb mir jedoch schlicht und einfach die Spucke weg.

Der erste Satz deines Buchs lautete: „Ich möchte mich Bei dir bedanken, das du dieses Buch gekauft hast.“ Nicht nur dieser Satz strotzte vor Fehlern, sondern die Fehler zogen sich durch dein gesamtes Buch. Manche Seiten waren nur zu 50% bedruckt und der Text wurde dabei anscheinend absichtlich in die Mitte der jeweiligen Seite gerückt, um das Volumen des Buchs auf eine druckfähige Seitenanzahl aufzupumpen.

Erkenntnis

Mit einem Analyse-Tool stelle ich fest, dass du von diesem Buch etwa 5 Stück pro Monat verkaufst. Ein Tool zeigte mir an, dass nur etwa 20% der hinterlassenen Reviews echt sind. Ich hätte die Qualität deines Buchs mit der Option „Blick ins Buch“ überprüfen sollen, hatte es aus Zeitgründen aber nicht getan.- Damn! Hätte ich das alles doch nur vorher überprüft!

Fehlerhafte Ebooks

Die Qualitätsmängel deines Buchs sind für mich als Leserin absolute Abturner: Sie rauben mir jegliches Lesevergnügen. Ich hinterlasse dir eine Review mit der Bitte um eine inhaltliche Qualitätsverbesserung.

Du könntest nun sagen: „Aber du schreibst doch auch nicht zu 100% fehlerfreies Deutsch.“ Das stimmt, das tue ich nicht, denn ich arbeite weder als Lektorin noch übernehme ich Korrektorat. Auch ich nutze den Duden oft, um grammatikalische Fragen zu klären oder schlage dort nach, wenn ich mir bei einem Thema unsicher bin. Bei meinen eigenen Büchern gebe ich mir jedoch viel Mühe, um Fehler so weit als möglich auszumerzen. Denn die Katastrophen, die schlechte Qualität bei Amazon nach sich zieht, möchte ich um jeden Preis vermeiden.

Kostenfreie Tools zur Reduzierung der Fehler

Zuerst einmal möchte ich dir sagen: Du kannst dein Buch auch mit einem geringen Budget auf Fehler hin überprüfen. Dein fertiger Text muss nicht unbedingt an ein Korrektorat abgegeben werden. Es gibt viele kostenlose Tools, die dir dabei helfen, Fehler identifizieren zu können.

Die wichtigste Frage, die sich mir zuerst aber stellt, ist: Warum verwendet ein durchschnittlicher Selbstverleger nicht ein kostenloses Rechtschreibtool zur Überprüfung und jagt seinen Text durch die Software? Damit würdest du mit einem Schlag etwa 70-80% der Grammatik- und Satzzeichenfehler reduzieren. Der Rest würde den meisten Lesern wohl kaum auffallen. Befremdlich finde ich bei der ganzen Sache, dass du als Autor im Impressum angibst, selbst für das Korrektorat und Lektorat verantwortlich zu sein.

Auch Amazon-KDP hilft dir als Autor nach dem Hochladen deines Manuskripts mit Hilfe von Qualitätswarnungen. Der KDP-Wizard führt alle Rechtschreibfehler, die in deinem Manuskript enthalten sind, in rot an. So kannst du als Selbstverleger im letzten Schritt noch einmal alle Fehler überprüfen und die nötigen Verbesserungen vornehmen. Du musst das bis jetzt noch nicht zwingend tun. Als Autor kannst du die Qualitätswarnungen ignorieren und das Buch trotzdem veröffentlichen. Bis jetzt war das nicht wichtig, aber es ändert sich schon. Denn es wird gemunkelt, dass die Anzahl der Rechtscheibfehler, die nicht ausgebessert werden, von Anfang an zu einer automatischen Herabstufung des Rankings führt.

Halten wir also fest: Selbst ohne ein eigenes Rechtschreibtool zu haben, kann ein Selbstverleger die Fehler noch vor der eigentlichen Veröffentlichung im letzten Schritt des KDP-Wizards ausmerzen. Amazon unterstützt ihn dabei mit diesem automatischen Tool. Nutze diese Möglichkeiten für dich.

Die Auswirkungen von schlechter Qualität

Es gibt eine zweite, viel wichtigere Frage, über die ich mir Gedanken mache: Denkst du als Selbstverleger nicht darüber nach, dass die schlechte Qualität deines Buchs nach hinten losgehen wird? Was beim Kauf durch echte Käufer eintritt, gleicht einer Teufelsspirale:

- Schlechte Reviews von echten Käufern, die eine Herunterstufung im Ranking nach sich ziehen

- Rückgabe des Buchs aus Qualitätsmängeln, die eine Abstufung des Rankings verursacht

- Rückerstattung an den Käufer und Verlust des Geschäfts sowie Verringerung des Rankings

Qualität und Authentizität mehr zählen mehr als Quantität und Fakes.

Amazon erlaubt dir als Autor, auf jede Rezension deiner Leser einmal zu antworten. Du antwortest mit einem lässigen Kommentar: Ich hätte das nicht verstanden. Ich denke schon: Ich möchte als Leserin für den Preis, den ich für ein Buch zahle, entsprechende Qualität erhalten. Für mich bedeutet das nicht nur inhaltliche Qualität, sondern gutes und fehlerfreies Deutsch. Ich erwarte nicht 100% fehlerfreies Deutsch, aber ich akzeptiere nicht, dass es auf jeder Seite 10 bis 20 Fehler gibt.

Wobei wir zu meiner dritten Frage kommen: Warum antwortest du in dieser Weise auf meine Frage? Meine Rezension und dein Kommentar sind öffentlich einsehbar. Eine Antwort wie diese wird andere Leser kaum dazu anregen, dein Buch ebenfalls zu kaufen. Jeder Leser kann sehen, dass du dich nicht um eine Qualitätsverbesserung bemühen wirst.

Was macht Lektorat?

Die letzte Möglichkeit, die du für deine Texte hast, ist professionelles Lektorat.

Eine befreundete Lektorin, Saskia von der Wortwerkstatt, meint zu diesem Thema:

Ein Lektorat ist in jedem Fall ein Muss, auch für erfahrene Autoren. Es optimiert den Text, ohne die „Seele“ des Buches zu verändern. Ein Lektorat ist viel mehr als reine Rechtschreibprüfung. Das Werk bekommt dadurch den letzten Schliff. Es wird auf Ausdruck, Verständlichkeit und Lesbarkeit geprüft. Ist die Geschichte glaubhaft? Gibt es Logikfehler? Voraussetzung dafür ist, dass der Lektor Experte auf dem jeweiligen Gebiet ist. Ein Lektorat ist also eine Qualitätssicherung – auch für den Leser.

 

Fazit

Du kannst viele preiswerte Dinge dafür tun, dass du viele Bücher verkaufst und tolle Rezensionen von den echten Käufern bekommst.

Ich hatte mich so über dein Buch gefreut. Bitte, lieber Selbstverleger, kümmere dich um deine Bücher so als ob es Bücher wären, die du dir selbst gerne kaufen würdest.

Ich danke dir von Herzen!

Lies im INTERVIEW mit Lektorin Renee Repotente mehr, was dir Lektorat bringt.

Sieh dir auch das Video dazu an:

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Ich freue mich über deine Kommentare zu diesem Beitrag! 

 
 
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Hi, ich bin Stefanie und ich helfe Autoren und Selbstverlegern dabei, aus ihren spannenden Ideen Bestseller zu entwickeln und online zu vermarkten.

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Ich freue mich auf dich!