Bezahlte Buchwerbung: Ja oder nein?

Wann ist bezahlte Werbung für Bücher sinnvoll?

Regelmäßig melden sich Autoren bei mir, um bezahlte Werbung für ihre Bücher zu schalten. Meist wollen sie das auf Amazon machen. Sie hoffen, durch die Werbung mehr Verkäufe zu erzielen.

Wenn du über einen Distributor verkaufst, kannst du dir die Amazon-Verkaufszahlen mit dem Tool Amazon Jungelscout ansehen. So findest du heraus, wie hoch der Anteil der verkauften Bücher bei Amazon liegt. Wenn er bei mindestens 50% liegt, macht es Sinn, sich mit Amazon zu beschäftigen, die Bücher zu optimieren und letztendlich Werbung zu schalten.

In 90% der Fälle rate ich den anfragenden Autoren jedoch, ihr Geld nicht in bezahlte Werbung zu stecken.

In den meisten Fällen ist bezahlte Werbung nicht die Lösung, um mehr Verkäufe zu generieren. Es gibt vor bezahlter Werbung noch viele andere, wichtigere Dinge, die Autoren machen können, um mehr Bücher zu verkaufen.

Welche Voraussetzungen sollten für bezahlte Buchwerbung erfüllt sein?

Wenn mir Autoren eine Anfrage für Buchwerbung schicken, sehe ich mir sechs Punkte an. Sind sie erfüllt, kann ich dem Autor mit verschiedenen Strategien helfen:

  • Das Buchcover spricht für das Genre. Der Leser erkennt auf den ersten Blick, worum es geht. Ein Beitrag zu diesem Thema HIER.

  • Das Buch ist auf Rechtschreibung geprüft oder lektoriert. HIER mehr dazu.

  • Das Amazon-Buch ist mit relevanten und konkurrenzfähigen Stichwörtern im Amazon KDP-Backend hinterlegt. Lies HIER mehr zu diesem Thema.

  • Der digitale Klappentext ist überzeugend und passt zum Buch. Mehr dazu HIER.

  • Der Autor hat mindestens 3 verifizierte Rezensionen gesammelt. Diese haben mindestens 3 Sterne erhalten.

  • Der Bestseller-Rang liegt unter 500.000. Das lässt sich durch Punkte eins bis drei meist gut steuern.

Ist das nicht der Fall, gehe ich mit dem Autor zusammen diese sechs Punkte durch. Wir bringen das Buch dahingehend auf Vordermann. Und erst dann beschäftigen wir uns mit bezahlter Werbung.

Ohne die genannten Voraussetzungen gibst du Geld aus, obwohl andere Verbesserungen dir kostenlos helfen können, die Verkäufe deines Buchs zu steigern.

Sehen wir uns dazu in diesem Zusammenhang Amazon Ranking an: Amazon zieht unter anderem historische und aktuelle Besucher- und Käufer-Daten heran, um das Ranking für dein Buch zu ermitteln. Aktuelle Käufe zählen für ein gutes Ranking mehr als historische. Führst du viel Traffic auf deine Buchseite, der dein Buch kauft, erhöht das dein Ranking. Kaufen deine Besucher nicht, wirkt das gegen dich.

Daher sollte es in deinem Interesse sein, dass dein Buch zuerst gesamt optimiert ist. Und erst dann schaltest du bezahlte Werbung.

Selbst kostenlose Werbemaßnahmen wie KDP-Deals bringen mehr, wenn du diese sechs Punkte befolgst.

 

Warum das ganze „Theater“?

Bezahlte Werbung ist immer die letzte Werbemaßnahme, auf die du setzen solltest.

Denn sie kostet Geld.

Die meisten Plattformen funktionieren dabei nach dem Pay-per-Click-Prinzip. Das bedeutet, dass du dein Tages- oder Gesamtbudget für den Zeitraum der Werbung festlegst. Jeder Interessent, der auf die Werbung klickt, erscheint auf der Rechnung der Plattform. Daher auch Pay-per-Click.

Alle Anbieter liefern zu den Ausgaben Statistiken, die Informationen über die Werbung geben: Geschlecht, Alter, Wohnort, Klickverhalten,…

Je nach Ergebnissen, lässt sich eine zusätzliche Auswertung machen:

  • Sehen viele Besucher deine Werbung, klicken aber nicht darauf, so bedeutet das, dass das Angebot nicht gut genug ist: Das Bild oder der Titel sind zu wenig überzeugend.

  • Sehen wenig Besucher deine Werbung und klicken nicht darauf, so bedeutet das, dass deine Strategie hakt. Keywörter, Zielgruppe, Orte,…

  • Sehen Besucher deine Werbung, klicken drauf, kaufen aber nicht, so bedeutet das, dass der Inhalt oder die Beschreibung der Werbung nicht gut überzeugend genug sind.

In den wenigsten Fällen ist der Preis das erste Entscheidungskriterium.

Daher wollen wir all diese Faktoren (Bild, Titel, Keywörter, Zielgruppe, Klappentext) von vornherein ausmerzen und vor dem Schalten von bezahlter Werbung einen gelungenen Start hinlegen.

 

Welche Arten von bezahlter Buchwerbung gibt es?

Bezahlte Werbung führt im Zeitraum der Werbung dazu, dass dich potenzielle Käufer über die Seite finden.

  • Amazon: Über Amazon Advantage oder Amazon Seller Central. Amazon Marketing Services dürfen auf dem deutschen Marketplace nur mehr User nutzen, die bestehende Konten haben. Du solltest dich mit Keywörtern auskennen und ein grundlegendes Interesse für Berichte haben, wenn du das selbst in die Hand nehmen möchtest. Ich mache darüber demnächst einen Blog-Beitrag, denn Amazon-Werbung ist ausufernd.

  • Buch-Werbeseiten (Book Deals, Book Booster,…): Hier recherchierst du am besten die Reichweite dieser Werbeseiten und siehst dir an, ob der Preis und der mögliche Outcome für dich passen.

  • Social Media-Kanäle (Facebook, Instagram): Diese erlauben dir, dass du dein Budget und deine Zielgrupppe genau definierst. Du kannst die Werbekampagnen so perfektionieren, dass du sie mit der Zeit anhand der gewonnenen Insights verbesserst.

 

Warum sollte die Werbung über die eigene Webseite gehen?

Hinter jeder Werbung, egal ob kostenlos oder bezahlt, steht deine online Buchmarketing-Strategie. Sie ist das Fundament deiner online Verkaufsstrategie. Du kannst HIER mehr darüber lesen.

Deine online Strategie sollte nicht „Instagram“ heißen. Damit machst du dich von einer Plattform abhängig, die du langfristig nicht kontrollieren kannst.

Mach dich lieber von dir selbst abhängig und leg dir eine Webseite oder einen Blog zu, den du selbst steuerst.

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Die Menschen, die von der Werbung hören, sind dein Traffic. Diesen solltest du auf deine Webseite weiterleiten.

Hier beschreibst du dein Buch noch einmal in aller Deutlichkeit (mit einem tollen digitalen KLAPPENTEXT und Call-To-Action “Jetzt rein ins Lesevergnügen und das Buch kaufen" oder "Lerne meine Fantasy-Welten kennen und hol dir das Buch noch heute"; was auch immer zu dir passt).

Damit filterst du die Leser heraus, die dein Buch wirklich kaufen wollen. Diese Leser klicken auf die Buchverkaufsplattform weiter. Dort werden sie zu Besuchern und Käufern. Das bedeutet, dass deine Conversion durch diesen Filter höher ist als wenn du alle Besucher direkt auf die Buchverkaufsplattform schickst.

Wie lässt sich das nun umlegen?

Buchwerbung über Buchblogger

Du bewirbst dein Buch über einen oder mehrere Buchblogger-Seiten. Diese Situation der Buchwerbung solltest du kontrollieren.

Nehmen wir an, dass ein Buchblogger auf seinem Blog eine positive Rezension für dein Buch schreibt. Er verlinkt dabei jedoch direkt auf die Amazon-Buchseite. Du bekommst den Traffic nicht und deine Käuferzahl ist wahrscheinlich nicht sehr hoch. Der Buchblogger optimiert seine Rezension nicht für Suchmaschinen und nur seine Abonnenten erfahren über das Buch.

Teile dem Buchblogger mit, dass er auf deine Webseite rückverlinken soll. Auf deiner Webseite erstellst du eine eigene Buchseite mit einem Kaufbutton. So steigerst du deine Conversion auf der Buchverkaufsplattform. Und das ist langfristig die bessere Strategie als die direkte Verlinkung Buchblogger zu Amazon.

Frage nach, wie gut sich der Buchblogger mit SEO auskennt, und die Rezension damit langfristig den Lesern in der Google-Suche angezeigt werden.

 

Werbung über Buchseiten

Du bezahlst einen Anbieter dafür, dass er mit Werbung auf dein Buch aufmerksam macht. Am deutschsprachigen Markt gibt es dafür die unterschiedlichsten Webseiten und Preise.

Bitte sieh dir das Angebot gut an.

Erst kürzlich entdeckte ich auf einer Social Media-Seite einen Anbieter, der die Bücher der zahlenden Autoren dort bewirbt. Auf dieser Seite und auf seiner Webseite führt er den Traffic direkt zu Amazon. Die Autoren zahlen für solche Werbekampagnen 15 Euro pro Buch. Auf der Social Media-Seite bekommen die Posts jedoch keine Shares oder Likes. Die Webseite bekommt etwa 40 Aufrufe pro Monat.

Warum zahlt jemand dafür? Ich vermute, weil sich Autoren zu wenig mit Dingen wie Kosten/Nutzen beschäftigen.

Sieh dir deshalb an, wie und wo die Anbieter das Buch bewerben. Bekommen die Werbungen Reaktionen? Haben ihre Webseiten eine große Reichweite? Falls ja, handelt es sich dabei um eine gute Investition.

Bitte diese Anbieter wie im Fall der Buchblogger darum, nicht direkt auf die Buchplattform zu verlinken, sondern zuerst auf deine Webseite. Dadurch kontrollierst du langfristig deine Conversion.

 

Buchwerbung über Newsletter

Ein Autor bezahlt einem Influencer oder einen anderen Anbieter für Werbung über einen Newsletter. Er sollte sich wie in den beiden anderen Fällen die Reichweite oder die Abonnentenzahl ansehen, damit er sicher geht, dass er in gute Werbung investiert.

Bitte den Anbieter, dass er aus dem Newsletter auf deine Webseite mit der Buchseite verlinkt und nicht direkt auf die Buchverkaufsplattform. Oder auf seine eigene Webseite und von dieser auf deine Webseite. So kontrollierst du wieder deine Conversion.

Wenn du als Unternehmer oder Selbstständiger deinen eigenen Newsletter hast, so verlinke auch im Newsletter auf deine Webseite zurück. So leitest du den Traffic noch einmal auf deine Webseite. Und nur die Menschen, die das Buch wirklich interessiert, klicken dann auch weiter.

 

 Fazit

Wenn du dein Geld gut investieren möchtest, sieh dir das Angebot gut an (Reichweite, Plattformen, Besucher): Wie viel investierst du und wie viel schaut dabei heraus? Im BEITRAG zum Autoren-Mindset habe ich über dieses Thema geschrieben.

Du kannst Anbieter dafür bezahlen, dass sie dir Werbung auf sub-optimierte Bücher schalten. Ich weiß, dass das passiert, denn manchmal melden sich diese Autoren frustriert bei mir. Aber überleg es dir gut, denn es gibt noch viele andere Maßnahmen, die du davor umsetzen kannst.

In der Zusammenarbeit sehen wir uns dein Buch und deine Strategie gemeinsam an. Wenn es andere Verbesserungsmöglichkeiten gibt, dann nehmen wir diese zuerst vor. Ist dein Buch gesamt optimiert, überlegen wir zusammen, was die besten Möglichkeiten für Werbung sind.


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